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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX im Verlauf 1,23 Prozent im Minus / Europaweit schlechte Börsenstimmung - Umsatzwarnung von Apple sorgte für Unsicherheit

Dienstag, 18. Februar 2020

Die Wiener Börse hat am Dienstagnachmittag im tiefroten Bereich tendiert. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 3.170,68 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 39,42 Punkten bzw. 1,23 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,74 Prozent, FTSE-100/London -0,84 Prozent und CAC-40/Paris -0,45 Prozent.

Für Unsicherheit sorgte vor allem die am Vorabend veröffentlichte Umsatzwarnung von Apple, die neuerlich Sorgen um die Auswirkungen des Coronavirus schürte. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, wegen der Epidemie in China die erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal zu verfehlen. Dass Apple jetzt schon sicher sei, die bisher verlorenen Umsätze in diesem Quartal nicht mehr aufholen zu können, belege den Ernst der Lage, kommentierte ein Analyst.

Der ATX gab stärker nach als die meisten seiner europäischen Pendants, was vor allem an der schwachen Performance von OMV (minus 3,15 Prozent auf 42,38 Euro) und voestalpine (minus 3,07 Prozent auf 22,11 Euro) lag. Ölaktien zeigten sich europaweit schwach, der Brent-Ölpreis lag zu Nachmittag 2,3 Prozent im Minus.

Auch am Ölmarkt sind die Auswirkungen des Coronavirus eines der bestimmenden Themen, da China der zweitgrößte Ölabnehmer der Welt und entsprechend bedeutend für die globale Ölnachfrage ist. Neben der OMV lag auch die zweite ATX-Ölaktie Schoeller-Bleckmann (minus 2,82 Prozent auf 41,40 Euro) klar im Minus.

Bei der voestalpine wiederum dürfte die europaweite Schwäche von Autoaktien belastet haben. Der Automobilsektor ist ein wichtiger Abnehmer des Linzer Stahl- und Technologiekonzerns und steht aktuell unter Druck. Eine EY-Studie zu Deutschland zeigte, dass zehn der zwölf an der Frankfurter Börse notierten Autokonzerne bzw. -zulieferer im abgelaufenen Jahr ihre Prognose hatten senken müssen.

In der Früh hatte außerdem Kapsch TrafficCom Geschäftszahlen vorgelegt. Der Anbieter von Mautsystemen meldete für die ersten drei Quartale 2019/20 einen Gewinneinbruch, den das Unternehmen auf Belastungen wegen der deutschen Mautverträge und dem Mautprojekt in Tschechien zurückführt. Für die Marktteilnehmer kam dies jedoch nicht mehr überraschend, das Unternehmen hatte in der Vorwoche bereits eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Die Aktien verloren 0,40 Prozent auf 24,90 Euro.

Noch ausständig ist die für heute angesetzte Veröffentlichung des Geschäftsberichts von Palfinger. Sie werde am späten Nachmittag erfolgen, hieß es aus dem Unternehmen. Im Vorfeld notierten die Aktien des Salzburger Kranherstellers im schwachen Umfeld unverändert bei 26,70 Euro.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach Handelsbeginn bei 3.208,77 Punkten, das Tagestief lag um 13.16 Uhr bei 3.165,17 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 1,12 Prozent bei 1.603,16 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market acht Titel mit höheren Kursen, 26 mit tieferen und vier unverändert.

Bis dato wurden im prime market 1.341.193 (Vortag: 1.006.276) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 40,22 (29,99) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher OMV mit 193.932 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 8,29 Mio. Euro entspricht.

dkm/ger

 ISIN  AT0000999982

Author: APA/dkm/ger

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