Nachrichten

 Aktualisieren
Aktien Frankfurt: Renditeanstieg am Anleihenmarkt belastet Dax erneut

Donnerstag, 04. März 2021

Weiter beeinflusst von der Entwicklung an den Anleihemärkten und dem Ausverkauf im Technologiesektor ist der Dax am Donnerstag in einem nervösen Handel wieder unter 14 000 Punkte gerutscht. Gegen Mittag verlor er 0,69 Prozent auf 13 983,32 Punkte. Am Vortag hatte der Leitindex noch ein Rekordhoch mit fast 14 200 Zählern erreicht, wurde aber anschließend vom Renditeanstieg ausgebremst.

"Investoren prüfen derzeit genau, wie es um die Bereitschaft der Zentralbanken angesichts des aufkommenden Inflationsdrucks bestellt ist, weitere Anleihen zu kaufen, um sich gegen den Zinsanstieg zu stemmen", schrieb Analyst Jochen Stanzl in seinem Morgenkommentar. "Steigende Zinsen sind effektiv eine Art der geldpolitischen Straffung und das spielt dem ans Gegenteil gewöhnten Aktienmarkt derzeit überhaupt nicht in die Karten."

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Donnerstag 1,31 Prozent auf 31 148,75 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,7 Prozent. Die Schwäche an den US-Börsen, wo am Vortag erneut die Technologiewerte abgestoßen wurden, hatte sich am Morgen bereits an den asiatischen Handelsplätzen fortgesetzt und prägt nun auch den Aktienmarkt in Europa. Insgesamt setzt sich der jüngste Trend fort: Hoch bewertete Aktien und Krisengewinner werden verkauft, Value-Titel und Profiteure von Öffnungsstrategien nach den Lockdowns eher gekauft.

Am Aktienmarkt hierzulande ist der Tag bestimmt von der Berichtssaison mit Zahlen des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA , des Immobilienkonzerns Vonovia und des Konsumgüterherstellers Henkel aus dem Dax. Merck legten teils deutlich zu, drehten zuletzt aber wieder ins Minus. Vonovia und Henkel gaben ebenfalls moderat nach.

Volkswagen kletterten auf ein Hoch seit Anfang 2018 und waren mit plus 1,7 Prozent an der Dax-Spitze. RWE folgten mit plus 1,6 Prozent, die Versorgertitel profitierten von einer Kaufempfehlung der Societe Generale. Am Dax-Ende waren mit minus fünfeinhalb Prozent die Papiere des Chipkonzerns Infineon im Einklang mit dem schwachen Techsektor.

Sehr schwach mit minus drei Prozent nach anfänglich noch wesentlich höheren Abschlägen waren im MDax die Anteile des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 nach einem enttäuschenden Ausblick, während es für die Papiere des Anlagenbauers Gea um drei Prozent hoch ging nach Zahlen und einer mittelfristig optimistischeren Prognose. Global Fashion Group sackten im SDax um fast zwölf Prozent ab nach Platzierung einer Wandelanleihe./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  DE0008467416  DE0009653386

AXC0210 2021-03-04/11:52


Author: dpa-AFX

Relevante Links: MDAX PERFORMANCE-INDEXSDAX P-IN.DAXPROSIEBENSAT.1 NA O.N.VOLKSWAGEN AG VZO O.N.RWE AG INH O.N.HENKEL AG+CO.KGAA VZOGEA GROUP AGMERCK KGAA O.N.Global Fashion Group SA GLOBAL FASHION GROUP ORD SHSDJ EURO STOXX 50 EUR PriceVONOVIA SE NA O.N.INFINEON TECH.AG NA O.N.

Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet.
Legende:
ohne Veränderung
Trend positiv
Trend negativ
stark gestiegen
stark gefallen